• Die Papiersammlung

    Der Schweiz droht eine Tradition verloren zu gehen, die Generationen von Jugendlichen geprägt hat. Die Papiersammlung. Das Sammeln von Altpapier ist in vielen Schweizer Gemeinden ein Weg, wie sich Vereine, oft Jugendorganisationen, einen Teil ihres Budgets finanzieren. Papiersammlungen waren zudem immer tolle Erlebnisse. Man verbrachte einen ganzen Tag zusammen, arbeitete körperlich, was für viele von uns (Gymnasiasten) eine Abwechslung darstellte, man tat etwas Gutes für die Vereinskasse und schuf einen Anlass, um am Abend noch bei einigen Bieren fröhlich zusammenzusitzen. Bei jeder dieser Papiersammlungen kommen kompromittierende Dokumente zum Vorschein. Am häufigsten sind es Pornohefte, die zwischen die Seiten von seriösen…

  • Rezepte gegen die Langeweile

    Haben Sie das Gefühl, schon alles erlebt zu haben, was man erleben kann? Sie waren schon auf dem Mount Everest? Sie haben schon in einem Käfig mit einem Rudel weisser Haie getaucht? Sie haben schon mit einer Raumfähre einen Weltraumflug absolviert? Und Sie haben schon in Afrika Grosswild erlegt? Kurz Sie glauben, es gibt nichts mehr, was Ihr Verlangen nach Aussergewöhnlichem befriedigen könnte? Dann fragen wir Sie, wissen Sie, wie Menschenfleisch schmeckt? Wenn Sie diese Frage lieber mit Ja beantworten möchten, dann verraten wir Ihnen, dass ein exklusives Spezialitätenrestaurant existiert, in dem Sie eben dies probieren können. Moralische Bedenken brauchen…

  • Vom Ende der Pfadfinder

    Es macht mich traurig, zu sehen, dass Jahr für Jahr weniger Teilnehmer an unserem Sommerlager teilnehmen wollen. Dabei bietet ein Pfadfinderlager eine vortreffliche Gelegenheit sich für begrenzte Dauer auf elementare Aspekte des Lebens und Überlebens zu konzentrieren, was einem die Annehmlichkeiten in unserem Alltag wieder in ganz anderem Lichte erscheinen lässt. So muss man selber dafür sorgen, dass man eine trockene Unterkunft hat, indem man das Zelt so aufstellt, dass es auch einem Gewitterregen standhält. Fliessendes Wasser ist nicht selbstverständlich, sonder es muss zuerst eine geeignete Wasserfassung an einem Bergbach erstellt werden. Man erhält die Gelegenheit mit einfachsten Mitteln auf…

  • MyWorld

    It’s a crime how They brought down MyWorld. Yes, there have been warnings from citizens of the possible negative consequences but most, myself included, did not see the risk. Or maybe we did not want to see the risk. In part this might have been because many of the objections brought forth were ideological in nature. Many were against the financial link between our virtual world and the real world from the beginning when such ideas had been brought up. They considered it unfair that rich outsiders should be able to buy their way into our virtual world. Your status…

  • Der Honigtopf

    Kennen Sie diese kleinen Marmeladegläschen, die man in vielen Hotels auf dem Tisch oder am Frühstücksbuffet findet? Was wählen Sie? Treffen Sie auch immer die gleiche Wahl? Vielleicht haben Sie sich diese Frage gar noch nicht gestellt. Ehrlich gesagt, hat mich diese Frage bis vor einer Woche auch nicht beschäftigt, aber bei meinem letzten Aufenthalt in Dublin realisierte ich, dass ich immer das Gläschen mit dem Honig wähle und ich begann mich zu fragen, warum? Die einzige plausible Erklärung konnte ich in einer fast rituellen Dynamik aus meiner Kindheit finden. Meine Mutter war eine leidenschaftliche Köchin und eines ihrer Spezialgebiete…

  • Knochen und Hunde

    Ihr denkt alle, ich hätte schon mit unzähligen Männern geschlafen und beneidet mich darum. Aber das stimmt nicht. Ausser mit meinem Ehemann war ich noch mit keinem Anderen im Bett. Der Eindruck mag entstanden sein, weil es mir tatsächlich Spass macht, herauszufinden wen ich denn sonst so ins Bett kriegen könnte. Aber um das herauszufinden muss man es nicht wirklich tun. Ich behaupte, wenn Dich ein Typ nach einer Party zurück zum Hotel bringt und Du Dich in der Lobby von ihm verabschiedest, offenbart sich schnell, wer in der Hoffnung auf mehr mitgekommen ist. Ein Risiko gibt es dabei nicht.…

  • Die Kröte

    Die Kröte geht mir nicht aus den Kopf. Mehrere Male war ich diese Nacht aufgewacht, um mich zu fragen, ob sie noch lebt. Als ich gestern Abend von der Pizzeria zur Haltestelle der Strassenbahn ging, hockte sie da Mitten auf der Strasse. Sie schien nicht verletzt, aber sie bewegte sich nicht. Ich stiess sie mit der Fussspizte an, in der Erwartung, dass dies sie aufschrecken und sie dann von der Strasse hüpfen würde. Aber sie bewegte sich nur minimal und blieb in ihrer Kauerstellung hocken. Wahrscheinlich befand sie sich schon in einer Art Kältestarre, lagen doch die Temperaturen des Nachts…

  • Vantu

    Der neue Präsident von Vantu hat gestern sein Wahlversprechen eingelöst und ein Verbot für den Handel von Wetterderivaten durchs nationale Parlament gebracht. Präsident Bogedan war in dem von Wirbelstürmen geplagten Inselstaat zur Wahl angetreten mit dem Versprechen, Wetterderivate zu verbieten, um dadurch eine Reduktion der Wirbelsturmaktivität zu erreichen. Bereits während dem Wahlkampf war dieses Ansinnen heftig diskutiert worden. Meteorologen argumentierten, dass ein Einfluss von Wetterderivaten auf die Wirbelsturmaktivität physikalisch unmöglich sei. Und Versicherer monierten, dass Derivate ein unerlässliches Instrument für den Transfer von Risiken seien. Befürworter führten dagegen ins Feld, dass empirisch ein Zusammenhang zwischen Wetterderivaten und Wirbelstürmen nachweisbar sei.…

  • Parship

    Der wohl weiseste Ratschlag meines Vaters betraf die Mädchen. „Halte Dich vom begehrtesten Mädchen der Klasse fern“, pflegte er zu sagen. Jeder will sie und jeder wird den anderen darin zu überbieten suchen, ihr zu zeigen, wie hoch er sie schätzt. Sie kann nichts dafür, aber sie ist es sich gewohnt, ist verwöhnt, dass man alles gibt, um sie zufriedenzustellen. Du wirst Dich nicht lange mit ihr freuen können, es wird bald einer kommen, der ihr originellere Geschenke macht und ihr netter sagt, wie einmalig sie sei. Den weitaus grösseren Bogen gelte es allerdings um die Zweitplazierte zu machen, warnte…

  • Bubble No. 37

    I can’t pity John. He considers his dismissal totally unjustified and if one listens to him one is almost tempted to agree. He argues that nobody of reputation realized that there was a bubble and since it wasn’t obvious that there was a bubble he should not be punished for having lost money in it. Sure, what is true for all bubbles was also true for the second internet bubble. That is they are easy to detect in hindsight. Some pundits claim, though, that it was indeed more difficult to spot. Well, let’s see. In contrast to the first internet…

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