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Das Landmark-Programm
Ob das UNESCO-Programm zur Verbreiterung des Kulturerbes erfolgreich umgesetzt werden kann, wird stark davon abhängen, ob die einzelnen Länder sich am Ende im vorgeschlagenen Umfang am Programm beteiligen. Aber daran gibt es momentan noch Zweifel, denn um die Grundsatzerklärung nicht zu gefährden, wird in der momentanen Fassung bewusst keine Aussage darüber gemacht, wer und ob überhaupt jemand den Bau der Landmarks koordinieren soll. Vor allem die europäischen Staaten machen sich dafür stark, dass die UNESCO eine entscheidende, koordinierende Rolle bekommt. Es gelte zu vermeiden, dass plötzlich in der ganzen Welt Eiffelturmkopien stünden oder dass sich Nationen bloss mit immer höheren…
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Randerscheinungen
Wenn sich meine Kollegen an der Uni darüber beschweren, das Leben in dieser Stadt sei so teuer, dann schöpfen sie schlicht nicht alle Möglichkeiten aus. Da gibt es zum Beispiel die Pizzeria da Franco am Schwanenplatz, die kürzlich die „randlos“ Pizzaoption eingeführt hat. Sie landete damit einen Volltreffer. Wer nämlich in einer Pizzeria die Augen offen hält, wird schon realisiert haben, dass immer mehr Leute den Rand ihrer Pizza wegschneiden und nicht essen. Ich kann nur vermuten, dass der Pizzarand zu viele Kalorien für zuwenig Geschmackserlebnis liefert oder dass er zu hart zum Beissen ist. Mit der Randlosoption bietet die…
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Ich, Chefköchin
Ich habe geträumt ich wäre Chefköchin in einem Restaurant mit drei Michelin-Sternen. Das heisst, nicht ganz. Das Hotel, dem das Restaurant angeschlossen war, hatte sich bloss zum Ziel gesetzt, ein drei Sterne Michelin-Restaurant zu betreiben und meine Aufgabe war es, dies zu erreichen. „Lassen Sie sich in unserem zukünftigen Michelin-Restaurant verwöhnen“, lautete einer unserer Werbeslogans. Gekauft worden war das Hotel von einem vor kurzem zurückgetretenen Skistar. Vielleicht war es auch ein Tennisprofi. Wobei, ich denke, die Trophäen, die in seinem Büro standen, glichen eher den Glaskugeln aus dem Weltcup als den Schalen von Wimbledon. Er hatte das Hotel für viel…
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Die Papiersammlung
Der Schweiz droht eine Tradition verloren zu gehen, die Generationen von Jugendlichen geprägt hat. Die Papiersammlung. Das Sammeln von Altpapier ist in vielen Schweizer Gemeinden ein Weg, wie sich Vereine, oft Jugendorganisationen, einen Teil ihres Budgets finanzieren. Papiersammlungen waren zudem immer tolle Erlebnisse. Man verbrachte einen ganzen Tag zusammen, arbeitete körperlich, was für viele von uns (Gymnasiasten) eine Abwechslung darstellte, man tat etwas Gutes für die Vereinskasse und schuf einen Anlass, um am Abend noch bei einigen Bieren fröhlich zusammenzusitzen. Bei jeder dieser Papiersammlungen kommen kompromittierende Dokumente zum Vorschein. Am häufigsten sind es Pornohefte, die zwischen die Seiten von seriösen…
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Rezepte gegen die Langeweile
Haben Sie das Gefühl, schon alles erlebt zu haben, was man erleben kann? Sie waren schon auf dem Mount Everest? Sie haben schon in einem Käfig mit einem Rudel weisser Haie getaucht? Sie haben schon mit einer Raumfähre einen Weltraumflug absolviert? Und Sie haben schon in Afrika Grosswild erlegt? Kurz Sie glauben, es gibt nichts mehr, was Ihr Verlangen nach Aussergewöhnlichem befriedigen könnte? Dann fragen wir Sie, wissen Sie, wie Menschenfleisch schmeckt? Wenn Sie diese Frage lieber mit Ja beantworten möchten, dann verraten wir Ihnen, dass ein exklusives Spezialitätenrestaurant existiert, in dem Sie eben dies probieren können. Moralische Bedenken brauchen…
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Vom Ende der Pfadfinder
Es macht mich traurig, zu sehen, dass Jahr für Jahr weniger Teilnehmer an unserem Sommerlager teilnehmen wollen. Dabei bietet ein Pfadfinderlager eine vortreffliche Gelegenheit sich für begrenzte Dauer auf elementare Aspekte des Lebens und Überlebens zu konzentrieren, was einem die Annehmlichkeiten in unserem Alltag wieder in ganz anderem Lichte erscheinen lässt. So muss man selber dafür sorgen, dass man eine trockene Unterkunft hat, indem man das Zelt so aufstellt, dass es auch einem Gewitterregen standhält. Fliessendes Wasser ist nicht selbstverständlich, sonder es muss zuerst eine geeignete Wasserfassung an einem Bergbach erstellt werden. Man erhält die Gelegenheit mit einfachsten Mitteln auf…
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MyWorld
It’s a crime how They brought down MyWorld. Yes, there have been warnings from citizens of the possible negative consequences but most, myself included, did not see the risk. Or maybe we did not want to see the risk. In part this might have been because many of the objections brought forth were ideological in nature. Many were against the financial link between our virtual world and the real world from the beginning when such ideas had been brought up. They considered it unfair that rich outsiders should be able to buy their way into our virtual world. Your status…
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Der Honigtopf
Kennen Sie diese kleinen Marmeladegläschen, die man in vielen Hotels auf dem Tisch oder am Frühstücksbuffet findet? Was wählen Sie? Treffen Sie auch immer die gleiche Wahl? Vielleicht haben Sie sich diese Frage gar noch nicht gestellt. Ehrlich gesagt, hat mich diese Frage bis vor einer Woche auch nicht beschäftigt, aber bei meinem letzten Aufenthalt in Dublin realisierte ich, dass ich immer das Gläschen mit dem Honig wähle und ich begann mich zu fragen, warum? Die einzige plausible Erklärung konnte ich in einer fast rituellen Dynamik aus meiner Kindheit finden. Meine Mutter war eine leidenschaftliche Köchin und eines ihrer Spezialgebiete…
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Knochen und Hunde
Ihr denkt alle, ich hätte schon mit unzähligen Männern geschlafen und beneidet mich darum. Aber das stimmt nicht. Ausser mit meinem Ehemann war ich noch mit keinem Anderen im Bett. Der Eindruck mag entstanden sein, weil es mir tatsächlich Spass macht, herauszufinden wen ich denn sonst so ins Bett kriegen könnte. Aber um das herauszufinden muss man es nicht wirklich tun. Ich behaupte, wenn Dich ein Typ nach einer Party zurück zum Hotel bringt und Du Dich in der Lobby von ihm verabschiedest, offenbart sich schnell, wer in der Hoffnung auf mehr mitgekommen ist. Ein Risiko gibt es dabei nicht.…
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Die Kröte
Die Kröte geht mir nicht aus den Kopf. Mehrere Male war ich diese Nacht aufgewacht, um mich zu fragen, ob sie noch lebt. Als ich gestern Abend von der Pizzeria zur Haltestelle der Strassenbahn ging, hockte sie da Mitten auf der Strasse. Sie schien nicht verletzt, aber sie bewegte sich nicht. Ich stiess sie mit der Fussspizte an, in der Erwartung, dass dies sie aufschrecken und sie dann von der Strasse hüpfen würde. Aber sie bewegte sich nur minimal und blieb in ihrer Kauerstellung hocken. Wahrscheinlich befand sie sich schon in einer Art Kältestarre, lagen doch die Temperaturen des Nachts…